Wie du ohne Druck eine Sprache lernst

Wie du ohne Druck eine Sprache lernst

Du musst, du musst, du musst. Kennst du Druck beim Sprachenlernen? Egal ob du noch eine Grammatikübung machen oder Vokabeln lernen musst. Viele Lerner vergessen, dass sie eine Sprache nicht lernen müssen, sondern können. Und jeder von uns hat mal gute und mal schlechte Tage, die sich auch beim Sprachenlernen zeigen.

Druck beim Sprachenlernen

Natürlich braucht ein Sprachlerner Routinen, um seine Sprachkenntnisse stetig zu verbessern. Dazu zählt eine gute Morgenroutine, aber auch ein Lernplan, der dir zeigt, wann du was lernen solltest. Dennoch benutzen viele Lerner die Wörter “ich muss” und nicht “ich kann” oder “ich darf”. Und genau darin liegt der Fehler. Denn …

Du musst gar nichts. Auch nicht beim Sprachenlernen.

Niemand zwingt dich eine Sprache zu lernen und niemand wird böse auf dich sein, wenn du an einem Tag mal weniger machst. Dir soll es gut gehen und du sollst Spaß beim Lernen haben. Daher solltest du das Verb “müssen” erstmal aus deinem Sprachgebrauch streichen. Damit es dir leichter fällt, solltest du dich mit dem Phänomen “müssen” beschäftigen und erkennen, warum es nicht mehr in deinen Wortschatz gehört.

Die zwei Varianten von “müssen”

Müssen N°1: Ich muss noch diese Vokabeln lernen.

Nur weil es in deinem Lernplan steht oder du es dir fest vorgenommen hast, heißt das nicht, dass du auch wirklich musst. Natürlich solltest du, denn nur durch Üben wirst du auch deine Sprachkenntnisse verbessern. Dennoch kannst auch du immer mal eine Pause einlegen, wenn du krank bist oder länger arbeiten musst.

Wichtig ist, dass du folgendes erkennst: Dir muss es gut gehen und du musst dich beim Lernen wohl fühlen. Wenn du müde und kaputt bist, wird dir das Lernen schwerer fallen, sodass es vielleicht sinnvoller ist, einmal weniger zu machen.

Wenn du also merkst, dass du keinen Elan oder keine Motivation findest, dich nach einem stressigen Tag noch an den Schreibtisch zu setzen, dann lass es ganz einfach. Verbringe die Zeit mit etwas Schönem und nehme dir vor, morgen wieder mit dem Lernen durchzustarten. Alternativ kannst du natürlich auch dein Lernpensum reduzieren. Das heißt, dass du nicht alles aus deinem Lernplan machst, sondern nur einen kleinen Teil. Auf diese Weise kannst du in deiner Lernroutine bleiben und auch am nächsten Tag wird es dir leichter fallen, wieder etwas mehr zu machen.

Müssen N°2: Ich muss die Sprache in den Alltag einbauen.

Natürlich solltest du deine Lernsprache in den Alltag einbauen, aber nicht immer. Du musst nicht permanent Filme in deiner Lernsprache sehen oder Bücher in deiner Lernsprache lesen. Wenn du lieber in deiner Muttersprache liest, dann mach das und bewahre dir lieber den Spaß am Lesen. Nichts ist schlimmer, etwas aufzugeben, das du auf eine bestimmte Art und Weise magst.

Ich zum Beispiel lese viel in Deutsch, meiner Muttersprache, weil Lesen für mich Entspannung bedeutet und ich es nicht als Sprachlektion sehen möchte. Es macht mir Spaß und diesen Spaß möchte ich mir bewahren. Doch auch ich lese immer mal wieder ein Buch in einer Fremdsprache,aber eben nur, wenn ich Lust darauf habe.

Du solltest also überlegen, was dir Freude macht und auf welche Aktivitäten du nicht verzichten möchtest. Wenn dir diese Aktivitäten in deiner Lernsprache genauso viel Spaß machen wie in deiner Muttersprache, spricht natürlich nichts dagegen, auch hier deine Sprachkenntnisse zu verbessern. Wenn du jedoch merkst, dass der Spaß an der Aktivität verschwindet, verzichte auf deine Lernsprache und greife auf deine Muttersprache zurück. Denn auch du brauchst mal Zeit für dich, um neue Energie zu tanken, die du dann wieder ins Lernen stecken kannst.

Was du jetzt machen solltest, um in Zukunft ohne Druck zu lernen

Wenn du nun darüber nachdenkst, wirst du mit ziemlicher Sicherheit feststellen, dass auch du das Verb “müssen” verwendest. Überlege dir also, ob du wirklich alles musst oder ob du bei manchen Dingen auch einen Gang zurückfahren kannst.

Mach einen Kompromiss mit dir selbst und gönn dir Zeiten, die du für dich und deine Leidenschaften nutzen kannst. Und wenn du dennoch jeden Tag lernen musst, kannst du dir ein Pensum überlegen, dass du mit ziemlicher Sicherheit jeden Tag schaffst: Du könntest beispielsweise jeden Tag deine Vokabeln wiederholen (egal ob du Stress hast, lustlos bist oder lange arbeiten musst). Sobald du dies erledigt hast, gilt dieser Tag als ein guter Lerntag. Was du zusätzlich machst, ist natürlich gut und wird dir dabei helfen, noch besser zu werden. Doch denk immer daran: Alles ist ein KANN und kein MUSS.

Wie verhinderst du Druck beim Lernen?

Schreibe einen Kommentar

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen