Wie du auch aus Fehlern lernen kannst

Du machst einen Fehler und ärgerst dich im selben Moment darüber. Kennst du das? Gerade beim Sprachenlernen sind Fehler unabdingbar. Denn du kannst aus Fehlern lernen und dich weiterentwickeln. Daher lasse dich nicht von ihnen unterkriegen. Sie gehören zum Lernen dazu und zeigen dir, dass es sich immer wieder lohnt, am Ball zu bleiben.

So schreibst du beispielsweise einen Text in deiner Lernsprache und schon nach wenigen Sätzen stößt du auf ein Wort, bei dessen Schreibweise du dir nicht sicher bist. Oder aber du merkst erst am Ende, dass schon wieder der Akzent auf einem Buchstaben fehlt oder du das Verb falsch konjugiert hast. Egal, welchen Fehler du letztendlich gemacht hast, wichtig ist immer, dass du versuchst, aus ihm zu lernen. Daher gilt beim Lernen:

Akzeptiere jeden Fehler, nutze ihn und lerne aus ihm. Immer und überall.

Aus Fehlern lernen – so geht’s

Viele Lerner sind damit aufgewachsen, dass Fehler negativ sind. Sie sind etwas Schlimmes, etwas, was du besser ignorierst oder verheimlichst. Dabei ist es genau das Gegenteil, was du dir immer wieder vor Augen führen solltest.

Gib nicht auf, wenn du einen Fehler gemacht hast. Freu dich stattdessen lieber darüber und lächle. Denn dank dieses Fehlers hast du nun die Möglichkeit, dich weiterzuentwickeln und etwas Neues zu lernen. Wie das konkret aussieht? So natürlich:

In drei Schritten einen Fehler nutzen

1 | Sei glücklich, dass du diesen Fehler gemacht hast. Denn nur durch ein positives Mindset gelingt es dir, bei einem Fehler weiterzumachen und nicht den Kopf in den Sand zu stecken.

2 | Beschäftige dich mit dem Fehler und überlege dir, worin genau der Fehler liegt. Ist es beispielsweise ein Wort, das du falsch geschrieben hast, oder ein Grammatikthema, das du noch nicht richtig verstanden hast?

3 | Such nach der richtigen Lösung und korrigiere den Fehler. Denn nur wenn du weißt, wie es richtig geht, wirst du in Zukunft diesen Fehler vermeiden können und dich somit stetig verbessern.

Wenn du diese drei Schritte ausgeführt hast, solltest du dich ein bis zwei Tage später nochmal mit dem Fehler beschäftigen. Das kann zum Beispiel so aussehen, dass du das Grammatikthema wiederholst, das Wort erneut schreibst oder aber den Fehler in Gedanken durchgehst, um wirklich zu verstehen, wo das Problem lag.

Diese Fehleranalyse hilft dir nämlich, zu erkennen, warum du den Fehler gemacht hast. Denn nicht immer ist es Wissen, auf das du in einem Moment nicht zugreifen konntest. Manchmal sind es äußere Umstände (wie beispielsweise Lernumgebung oder deine körperliche Verfassung), die einen Fehler wahrscheinlicher machen. Daher solltest du bei einer korrekten Fehleranalyse immer nach folgendem Leitsatz arbeiten: Finde die Ursache, um das Problem zu lösen.

Zusatztipp: Auch selbstkritische Lerner können aus Fehlern lernen

Bist du ein Lerner, der selbstkritisch ist und immer nur das Beste aus sich herausholen möchte? Dann muss ich dich leider enttäuschen, denn auch du wirst Fehler machen. Damit du aber trotzdem motiviert bleibst und nicht aufgibst, hilft dieser Tipp: Nimm dir ein Blatt Papier und schreibe den Satz Ich darf Fehler machen, denn ich kann aus ihnen lernen darauf. Anschließend hängst du dieses Blatt Papier über deinen Schreibtisch. Sobald du einen Fehler machst, liest du diesen Satz laut vor. So erinnerst du dich immer wieder selbst daran, dass Fehler wichtig sind und du sie zum Lernen nutzen solltest.

Fehler in deinen Lernprozess integrieren

Es wird immer Tage geben, an denen du weniger Fehler machst als an anderen. Doch egal wie viele Fehler du letztendlich machst, sie werden dir immer zeigen, was du noch nicht richtig kannst und daher nochmal wiederholen solltest.

Auch wenn du dich mit jedem einzelnen Fehler beschäftigst, solltest du dir die Lernthemen, bei denen du Fehler gemacht hast, notieren. Am Ende deiner Lernwoche hast du so die Möglichkeit, diese Themen nochmal durchzugehen und sie gegebenenfalls in dein Lernen mit einzubeziehen. So kann dir die Liste unter anderem bei der Erstellung deines Lernplans helfen oder dich dabei unterstützen, die richtigen Lernmaterialien zu finden. Denn auch das ist wichtig: Nur wenn du Bücher, Softwares und ähnliches passend zu deinem Sprachniveau benutzt, wirst du die Fehler machen, die dich auch wirklich weiterbringen.

Fehler lieben lernen

Fehler sind wichtig, das ist klar. Doch Fehler sorgen auch dafür, dass dein Leben und dein Lernprozess nicht langweilig sind. Stell dir doch nur mal vor, du könntest schon alles und brauchtest keine Übungen mehr, um beispielsweise ein Grammatikthema zu verstehen. Nicht schön, oder? Sprachenlernen soll Spaß machen und das bedeutet auch, zu sehen, wie du dich weiterentwickelst und besser wirst. Sei daher nicht böse auf dich, wenn du einen Fehler gemacht hast. Im Gegenteil: Sei stolz auf dich, dass du ihn erkannt und für dein Lernvorhaben genutzt hast.

Sobald du  nämlich anfängst, Fehler zu lieben, wirst du noch mehr Freude beim Lernen haben und schneller Fortschritte machen. Zudem kannst du anderen Lernern bei ihrem Lernprozess unterstützen und ihnen zeigen, wie wichtig eine gute Fehlerkultur ist.

Wie kannst du aus Fehlern lernen?

Foto im Titelbild: Karolina Grabowska, kaboompics / Pixabay

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