5 Lernmythen, die du nicht glauben solltest

In jeder Sprache und in jeder Kultur gibt es Mythen. So auch einige Lernmythen. Doch nicht immer entsprechen sie ganz der Wahrheit. Meistens klingen sie logisch und sind nachvollziehbar, aber wenn du genau hinsiehst, wirst du merken, dass etwas – auch wenn es nur ein kleines Detail ist – nicht ganz passt. Besonders bei Lernern sind Mythen weit verbreitet. Doch nicht jeden Lernmythos solltest du auch glauben.

5 Lernmythen, die jeder Lerner kennt

1 | 1x geschrieben ist 7x gelesen

Viele glauben, dass es hilft, den Lernstoff zu schreiben als ihn ausschließlich zu lesen. Das entspricht auch der Wahrheit, da du auf diese Weise dich nochmal anders mit den neuen Informationen auseinandersetzt. Dennoch wirst du ihn – egal ob du ihn schreibst oder liest – nur auswendig lernen, aber nicht wirklich verstehen. Viel wichtiger ist also, den Lernstoff in eigene Worte zu fassen, dich mit deiner Lerngruppe auszutauschen und die Fakten zu verinnerlichen. Denn nur wenn du weißt und erklären kannst, was du gelernt hast, wirst du das neue Wissen auch richtig anwenden.

2 | Chaos bedeutet Kreativität

Wie wichtig eine gute Lernorganisation ist, erfährst du in erster Linie in der Masterclass | Richtig Sprachen lernen, dennoch möchte ich dir hier auch etwas dazu sagen: Denn nur wenn du deine Zeit ins Lernen und nicht in das Suchen nach dem passenden Stift oder deinem Lernplan investieren kannst, wirst du deine Ziele auch im geplanten Zeitraum erreichen. So ist es wichtig, dass du dir einen Lernplatz schaffst, an dem jedes Lernutensil einen festen Platz hat. Gleichzeitig hilft auch ein strukturierter Lernplan, sodass du nicht im Chaos deiner To-Do-Liste versinkst.

Dennoch ist Kreativität beim Lernen wichtig und manchmal kann sogar ein wenig Chaos zum Lernerfolg beitragen, wodurch dieser Lernmythos ein Fünkchen Wahrheit in sich trägt. Trotzdem solltest du immer darauf achten, dass dieses Chaos nicht alles bestimmt. Kurz gesagt: Es ist nicht dramatisch, wenn deine Stifte auf dem Tisch verteilt sind, solange du sie brauchst. Wenn du jedoch mit dieser Aufgabe fertig bist, räum auch deine Stifte an ihren gewohnten Platz. So hast du Platz und Energie für die nächste Aufgabe, ohne unnötig Zeit zu verlieren.

3 | Unter Druck wird am besten gelernt

Einer der bekanntesten Lernmythen ist dieser, dass unter Druck am besten gelernt werden kann. Doch die Wahrheit ist das nicht. Wenn du nämlich keine Zeit mehr hast und dadurch unter Druck lernen musst, wirst du antrainierte Lernmethoden vergessen und schnell wieder in alte Muster fallen. So wirst du deinen Lernstoff zwar auswendig lernen und eventuell bei der Prüfung sogar abrufen können, aber wirklich verstanden wirst du ihn nicht haben. 

Doch dieser Mythos hat auch Vorteile. Wenn du unter Druck stehst und nicht mehr viel Zeit hast, wirst du auch die nötige Motivation finden, dich mit ungeliebten Themen zu beschäftigen. Trotzdem darfst du auch hier nicht vergessen, dass du dich nur oberflächlich mit deinem Lernstoff auseinandersetzt. Such dir stattdessen schon rechtzeitig eine Lerngruppe, in der du den Lernstoff durchgehen kannst, um ihn bis zur Prüfung auch wirklich verstehen und auf verschiedene Situationen anwenden zu können.

4 | Viel lesen bedeutet viel lernen

Bestimmt hattest auch du schon mal das Gefühl, dass du dir Informationen besser merken kannst, je öfter du einen Text liest. Doch auch hier hast du die Informationen eher auswendig gelernt und nicht wirklich verstanden. Versuche lieber, den Lernstoff auf verschiedene Arten zu lernen. So kannst du beispielsweise ein erstes Brainstorming mit Hilfe eines Mindmaps machen und anschließend einem Freund erzählen, was du alles über das Thema gelernt hast. Sei kreativ und nutze verschiedene Techniken, um dich mit dem Text zu beschäftigen.

5 | Kurz vor knapp lernen ist die Lösung

In wenigen Wochen möchtest du eine Prüfung absolvieren und du hast das Gefühl, noch unendlich viel Zeit zu haben. Kennst du das? Keine Sorge, so geht es vielen Lernern. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem du realisiert, dass es nur noch wenige Tage bis zur Prüfung sind. Viele reden sich dann ein, dass sie unter Druck am besten lernen können, was jedoch totaler Quatsch ist. Du wirst mehr Erfolg haben, wenn du dir deinen Lernstoff einteilst und schon Wochen (wenn nicht sogar Monate) vor der Prüfung damit beginnst, dich auf sie vorzubereiten. So hast du die Möglichkeit, langfristig Ziele zu setzen, dich an einen Plan zu halten und dennoch erfolgreich zu sein, auch wenn du mal ein paar Tage krank im Bett liegst. Plane dir also immer genügend Zeit ein, um dich mit dem Lernstoff vertraut zu machen.

Hast du Lust, weitere Lernmythen kennenzulernen? Sehr gut, denn bei Cornelsen findest du fünf weitere, die unter Lernern bekannt sind.

Wie du Lernmythen erkennst

Lernmythen sind nicht immer leicht erkennbar, wodurch sie von vielen Lernern erstmal als wahr empfunden werden. Dennoch solltest du jeden Mythos, jedes Sprichwort hinterfragen und dir überlegen, ob dies wirklich die Wahrheit ist. Manchmal sind es nämlich nur kleine Notlügen, die dabei helfen sollen, dich besser zu fühlen. Solche Lernmythen vermitteln dir unbewusst, dass du alles richtig machst, obwohl dies nicht der Fall ist. Denn meistens sind es Ausreden, die einem Lerner das schlechte Gewissen ersparen sollen. Achte daher immer darauf, welcher Satz der Wahrheit entspricht und wie du ihn für deinen Lernprozess nutzen kannst.

Welche Lernmythen kennst du?

Foto im Titelbild: Lena Müller

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