Wie du mehr lesen kannst

Durch Lesen eine Sprache lernen

Beim Thema Lesen gibt es in der Regel zwei Typen: Die einen lesen so oft und so viel wie möglich; die anderen machen einen großen Bogen um Buchhandlungen und nehmen Bücher nur in die Hand, wenn es auch wirklich notwendig ist. Zu welcher Gruppe gehörst du? Gerade wenn du eine Sprache lernst, ist es wichtig, dass du auch dein Leseverstehen trainierst. Und natürlich geht das am besten beim Lesen selbst!

Lesen – eine der vier Sprachfähigkeiten

Eine Sprache setzt sich immer aus vier verschiedenen Bereichen zusammen: Schreiben, Sprechen, Hören und Lesen. Damit du auch alle regelmäßig üben kannst, empfiehlt es sich, diese in deinen Lernplan zu integrieren. Gleichzeitig hilft es auch, die vier Fähigkeiten so oft es geht im Alltag anzuwenden. Wie das geht? Ganz einfach! Hier sind einige Beispiele:

  • Schreiben: Einkaufszettel oder eine Art Tagebuch in deiner Lernsprache schreiben
  • Sprechen: Gespräche mit Sprachpartnern führen oder zu einem Stammtisch in deiner Stadt gehen
  • Hören: Musik, Podcasts oder Hörbücher hören
  • Lesen: Bücher, Zeitungen und Zeitschriften lesen (oder lies einfach weiter, dann wirst du noch mehr Anregungen bekommen)

Warum Lesen so wichtig ist

Mit Lesen kannst du nicht nur mehr über die Welt erfahren, in Geschichten eintauchen oder die Zeit allein genießen, sondern auch deine Sprachfähigkeiten verbessern. Zum einen geht das in deiner Muttersprache und zum anderen aber auch in deiner Lernsprache!

So verbesserst du deine Muttersprache

Wunderst du dich gerade und kannst dir darunter nichts vorstellen? Keine Sorge! Es ist einfacher als du vielleicht vermutest! Auch wenn du der Meinung bist, dass du deine Muttersprache perfekt beherrschst, wird es immer Wörter geben, die du nicht kennst oder deren genaue Bedeutung du nur erahnen kannst, aber nicht sicher weißt. Dies ist ganz normal und überhaupt kein Grund sich zu schämen.

Wenn du in deiner Muttersprache liest, wirst du ein besseres Gefühl für die Sprache bekommen, Wörter anders im Alltag gebrauchen und dich so gewählter ausdrücken können. Je nachdem welche Bücher oder Texte du wählst, wirst du mit verschiedenen Arten der Sprache in Kontakt kommen und die Möglichkeiten, die du mit ihr hast, kennenlernen. Denn jeder Autor, jeder Texter schreibt anders und von jedem einzelnen kannst auch du noch etwas lernen.

Das Werk „Die Leiden des jungen Werthers“ von Johann Wolfgang von Goethe zeigen beispielsweise, wie viel Emotionalität in einem Text stecken kann. Der italienische Autor Andrea Camilleri schrieb die Dialoge in seinen Büchern hauptsächlich im sizialianischen Dialekt. Und dem Franzosen Marcel Proust gelang es beinahe mühelos, Situationen exakt zu beschreiben und Wörter zu endlos langen Sätzen zu bauen.

So verbesserst du deine Lernsprache

Damit du besser in deiner Lernsprache wirst, ist es natürlich notwendig, auch in deiner Lernsprache zu lesen. Hierbei ist es in erster Linie egal, ob du dir einen Roman aussuchst, eine Zeitung wählst oder nach Lust und Laune durch eine Zeitschrift blätterst. Wichtig ist vor allem, dass du überhaupt liest.

Auch in der Lernsprache wirst du durch das Lesen ein besseres Gefühl für die Sprache selbst bekommen. Dies bedeutet, dass du dich mit der Wortwahl sowie der Satzbildung auseinandersetzt und mit neuen Wörtern in Kontakt kommst. Je genauer du dich mit dem Text beschäftigst, desto mehr wirst du auch aus ihm lernen können.

Mehr lesen in der Lernsprache – so geht’s

Hast du den Entschluss gefasst, mehr in deiner Lernsprache zu lesen? Sehr gut! Damit es dir noch leichter fällt, habe ich noch ein paar Tipps für dich:

1. Bau dir eine Routine auf

Es reicht nicht, wenn du einmal pro Woche dein Buch in die Hand nimmst und ein paar Seiten liest. Denn der Schlüssel zum Erfolg liegt immer in der Wiederholung. Damit du also schnell Fortschritte machst, lies regelmäßig und bau dir eine Routine auf. Feste Zeiten oder Handlungsabläufe können dir dabei helfen.

Vielleicht ist es dir aber auch zu anstrengend, von Anfang an jeden Tag in deiner Lernsprache zu lesen. Falls dem so ist, gibt es auch hier eine Lösung: Bestimme zwei oder drei Tage pro Woche, an denen du ausschließlich in deiner Lernsprache liest. An den anderen Tagen liest du dann eben in deiner Muttersprache. Mit der Zeit kannst du die Anzahl der Tage, an denen du in deiner Lernsprache liest, erhöhen.

2. Lies nur das, was du möchtest

Eine Routine kannst du dir nur aufbauen, wenn du ausschließlich die Texte liest, die dir auch gefallen. Such dir daher Bücher aus, die du lesen möchtest, und nutze Zeitschriften, deren Themen dich interessieren. Denn nur wenn du auch Spaß beim Lesen hast, wirst du es mit Freude in deinen Alltag integrieren.

3. Lies so oft es geht

Hand aufs Herz: Wie oft sitzt du abends vor dem Fernseher und schaust irgendwelche Sendungen, die dich eigentlich nicht interessieren? Oft? Keine Sorge, den meisten von uns geht es so. Doch es liegt in deiner Hand, dies zu ändern. Schalte den Fernseher nach deiner Lieblingssendung aus, nimm dir stattdessen ein Buch und mach es dir auf dem Sofa gemütlich. Auch wenn es am Anfang nur ein Abend pro Woche ist, wirst du merken, wie sich etwas in dir und in deinem Lernprozess verändert.

4. Hab immer etwas griffbereit

Niemand sucht gerne stundenlang nach seinem Geldbeutel, nach dem Autoschlüssel oder nach einem freien Parkplatz. Und das gilt natürlich auch beim Lesen. Achte darauf, dass du immer ein Buch oder eine Zeitschrift griffbereit hast, sodass du direkt anfangen kannst, wenn du Lust zum Lesen hast. Du möchtest nicht immer ein dickes Buch mit dir herumtragen? Verständlich, aber auch hier gibt es Lösungen: Ein E-Book-Reader ist leicht und passt in jede Tasche und auf deinem Smartphone kannst du dank passender Apps (wie Kindle oder Zinio) auch überall lesen.

Mit diesen wenigen Tipps wirst du umgehend zum begeisterten Leser, dem es gelingt, jeden Tag seine Sprachkenntnisse zu verbessern. Also worauf wartest du noch?

Welches Buch möchtest du als nächstes lesen? Und in welcher Sprache? Schreib doch einen Kommentar!

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