So übst du das Schreiben in der Fremdsprache

Hand aufs Herz: Wie oft schreibst du in der Sprache, die du gerade lernst? Die meisten Lerner greifen selten zu Stift und Papier. Dabei ist es ganz egal ob du nur einen kurzen Brief, einen Text oder ein ganzes Buch schreibst. Schon ein paar Sätze können dir helfen, deine Sprachkenntnisse zu verbessern. Doch wie kannst du das Schreiben in der Fremdsprache überhaupt üben?

Warum schreiben Sprachlerner selten?

Eigentlich ist Schreiben eine der vier Hauptdisziplinen im Sprachenlernen, doch die wenigsten schenken ihr genug Aufmerksamkeit. Dies kann unter anderem daran liegen, dass deine Fehler sofort zum Vorschein kommen und du gezwungen bist, dich mit ihnen auseinanderzusetzen. Bei anderen liegt es an der Motivation. Reden kannst du mit anderen, aber Texte schreiben musst du alleine.

Zudem denken die meisten, dass Texte, die du in deiner Lernsprache geschrieben hast, auch von anderen korrigiert werden müssen. Doch das ist nicht das Wichtigste! Viel wichtiger ist die Tatsache, dass du schreibst. Denn allein durch das Schreiben wirst du deine Ausdrucksweise und somit auch deine Sprachkenntnisse verbessern.

So übst du das Schreiben in der Fremdsprache

Wenn du jetzt voller Motivation bist und am liebsten einen Stift in die Hand nehmen möchtest, nur zu. Ich möchte dich nicht aufhalten. Wenn du jedoch noch ein paar Ideen brauchst, können dir die folgenden helfen, um sowohl indirekt als auch direkt das Schreiben zu üben.

Indirekt das Schreiben üben

Nicht immer musst du auch wirklich schreiben, um im Schreiben besser zu werden. Um ein Gefühl für die Sprache zu bekommen und die geschriebenen Wörter auch vor Augen zu haben, kannst du sowohl lesen als auch Hörbücher hören.

Lies so oft es geht.

Auch Bücher, Zeitungen und Zeitschriften können dir dabei helfen, deine Schreibfähigkeit zu verbessern. Je mehr du liest, desto besser wirst du mit der geschriebenen Sprache vertraut gemacht. Du kannst zum einen grammatische Besonderheiten wie Satzzeichen oder Groß- und Kleinschreibung besser kennen lernen und zum anderen wirst du sowohl kurze als auch lange Sätze lesen, durch die du den Klang eines geschriebenen Textes erkunden kannst.

Geschriebene Texte zeigen dir also, wie du deine Sätze formulieren kannst und worauf du achten musst. Das können Wörter sein, die mehr im Schriftlichen verwendet werden, oder besondere Formulierungen, die du niemals sagen würdest. Denn es macht immer einen Unterschied, ob du mit einem Freund redest oder ihm einen Brief schreibst. Daher gilt für dich: Lies aufmerksam und lass dich auf den Text ein.

Hör so viel es geht.

Auch wenn du nicht gerne liest, solltest du dich mit Büchern beschäftigen. Hörbücher sind eine gute Alternative, um passiv und unterwegs zu lernen. Denn in erster Linie sind Hörbücher geschriebene Bücher, die von einer Person vorgelesen werden. Durch aufmerksames Zuhören kannst du auch so ein Gefühl für die Länge der Sätze und die Wortwahl bekommen.

Direkt das Schreiben üben

Um direkt das Schreiben in der Fremdsprache zu üben, hast du mehrere Möglichkeiten. So wird das Lernen abwechslungsreich und du wirst nicht so schnell die Motivation verlieren.

Schreib so viel es geht.

Natürlich lernst du das Schreiben, indem du schreibst. Daher kannst du versuchen, jeden Abend bevor du ins Bett gehst ein paar Sätze in deiner Lernsprache zu schreiben. Du kannst dir dabei ein bestimmtes Thema überlegen oder aber du schreibst eine Art Tagebuch.

Je öfter du die Zeit findest und schreibst, desto komplizierter werden auch deine Sätze werden. Beginne also mit einfachen Sätzen und ergänze sie nach und nach mit Nebensätzen, Adjektiven oder anderen Satzbausteinen. Doch achte besonders auch auf die Satzzeichen, sonst könnte es zu einigen Missverständnissen kommen, wie das folgende Beispiel zeigt:

Komm wir essen Opa.
Komm wir essen, Opa.

Beschäftige dich mit Wörtern, indem du sie umschreibst.

Nicht immer ist das erste Wort auch das beste Wort. Gerade das Deutsche ist sehr präzise und bietet eine Vielzahl an Wörtern für bestimmte Situationen. Durch Umschreibungen kannst du einem Text ein Alleinstellungsmerkmal verleihen und so zeigen, dass du dich mit den Wörtern deiner Lernsprache auskennst. Hier ist ein Beispiel mit dem Wort “Haus”:

Das ist ein Haus.
Es steht sowohl in der Stadt als auch auf dem Land und hat vier Wände und ein Dach. Meistens ist es das Zuhause einer Familie.

Wichtig dabei ist, dass du dennoch in der Umschreibung einfache Wörter verwendest und die Sätze nicht zu kompliziert machst.

Bekomme eine Sprachgefühl, indem du Synonyme findest.

So gut wie jedes Wort hat auch Synonyme, durch die du deinen Wortschatz ausbauen und somit auch deine Schreibfähigkeit verbessern kannst. Zudem helfen dir verschiedene Wörter dabei, eine Situation genauer zu beschreiben und auch wirklich das ausdrücken zu können, was du im Kopf hast. Überleg dir also für Wörter, mit denen du öfters zu tun hast, verschiedene Synonyme und füge deiner Liste nach und nach immer mehr Synonyme hinzu. So könnte das dann aussehen:

gehen → flanieren, sich fortbewegen, laufen, marschieren, schlendern, spazieren, stolzieren, tänzeln, wandern
glücklich → angenehm, erfolgreich, erfreulich, freudig, froh

Mach Schreiben in der Fremdsprache zur Gewohnheit

Natürlich ist es dir überlassen, was und wie viel du schreiben möchtest. Doch schon ein paar Minuten jeden Tag können dir helfen und dich beim Lernen ein Stück nach vorne bringen. Versuche deswegen das Schreiben zur Gewohnheit zu machen und starte deine eigenen Challenge: Investiere die nächsten 30 Tage täglich ein paar Minuten ins Schreiben und erzähle uns in der Facebookgruppe Sprachenlust – Lerner unter sich davon. Denn schon 30 Tage reichen, etwas zur Gewohnheit zu machen und so dauerhaft davon zu profitieren.

Und als kleiner Tipp: Lege dir ein Zeitfenster fest, wie beispielsweise nach dem Aufstehen die ersten fünf Minuten. Durch eine bestimmte Zeit machst du sozusagen einen Termin mit dir selbst und wirst die 30 Tage leichter durchhalten.

Wie übst du das Schreiben?

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