Ella Holm

Triff schon jetzt Ella Holm – die Hauptfigur im neuen Roman

Liest du auch so gerne Bücher? Und das vielleicht sogar auf Deutsch? Sehr gut! Dank Ella Holm wirst du in eine wunderschöne deutsche Stadt entführt und kannst gleichzeitig deine Deutschkenntnisse verbessern. Ach … und es wird natürlich spannend!

Triff Ella Holm und ihren jungen Kollegen Linus Moranto

Ella Holm ist eine junge Polizistin, die in Bamberg zuhause ist. Damit du sie besser kennenlernst, sind hier die ersten paar Seiten aus dem neuen Kriminalroman:

Prolog

Leise begann der Wecker zu klingeln. Die Klaviermusik als Weckton hatte Ella Holm erst vor ein paar Tagen in ihrem Handy eingestellt, doch wirklich wach wurde sie heute nicht davon. Schlaftrunken drehte sie sich nochmal auf die andere Seite und zog die Bettdecke ein Stück tiefer ins Gesicht.

»Nur noch ein paar Minuten«, murmelte sie zu sich selbst.

Mit einer Hand tastete sie in Richtung ihres Nachttisches, um den Wecker abzustellen, der mittlerweile seine maximale Lautstärke erreicht hatte. Sie atmete tief durch und die Sonne, die zu dieser Uhrzeit den morgendlichen Nebel schon durchbrochen hatte, kitzelte sie an der Nase. Vor ihrem Schlafzimmerfenster zwitscherte ein Vogel fröhlich vor sich hin und auch Ella wurde langsam wach.

Sie blinzelte mehrmals, bis sie ihre Augen schließlich ganz öffnete. Erst jetzt bemerkte sie den Duft nach Kaffee, dessen angenehmes Aroma sich in jede Ecke ihrer Wohnung zu drängen schien. Sie schob die Bettdecke zur Seite und setzte sich an den Bettrand, um mit den Füßen nach ihren Hausschuhen zu suchen. Wo sind sie denn nur, dachte sie und griff wie aus Gewohnheit nach ihrem Handy, um die Nachrichten, die sie in den letzten Stunden erhalten hatte, zu überfliegen.

Der Kaffeegeruch, der sich erneut um ihre Nase schlängelte, erinnerte sie daran, endlich aufzustehen. Mit kleinen Schritten tapste sie leise über den alten Holzfußboden, bis sie schließlich die Badezimmertür hinter sich geschlossen hatte. Sie musterte sich im Spiegel, um kurz darauf festzustellen, wie müde und verbraucht sie aussah. In den letzten Wochen, in denen sie einen Verbrecher nach dem nächsten gejagt hatte und meist nicht vor neun aus dem Büro gekommen war, hatte sie wenig Zeit gehabt, sich um sich selbst zu kümmern. Ein freier Tag wie heute war seit Wochen überfällig. Nachdem sie sich das Gesicht gewaschen, die Zähne geputzt und ihre glatten braunen Haare zu einem strengen Zopf gebunden hatte, öffnete sie die Tür und folgte dem Kaffeeduft, der mittlerweile so kräftig war, dass sie allein vom Geruch schon das Gefühl hatte, wacher zu werden.

In der Küche nahm sie ein Glas aus dem Schrank neben dem Kühlschrank, ging zum Spülbecken und drehte den Wasserhahn auf. Sie wartete kurz, bis das Wasser lauwarm war und füllte ihr Glas. Ein Gehirnfrost war jetzt auch wirklich nicht das, was sie wollte. Ohne weiter darüber nachzudenken leerte sie es mit großen Schlucken und räumte es danach in die Spülmaschine.

Ihr Blick fiel auf die Kaffeemaschine und sie musste unwillkürlich lächeln. Paul, Ellas Verlobter, hatte ihre Lieblingstasse, auf der der Eiffelturm abgebildet war, vor die Maschine gestellt und einen Zettel danebengelegt, auf dem »ich liebe dich« stand und ein kleines Strichmännchen abgebildet war. Sie kannte diese Zeichnungen, die Paul immer malte und ihn selbst darstellen sollten, was an der eckigen schwarzen Brille, die er im echten Leben trug, zu erkennen war. Der Kaffee war noch heiß und reichte gerade so für eine halbe Tasse. Nachdem sie die Maschine ausgeschaltet hatte, ging sie ins Esszimmer und setzte sich an den großen Holztisch in der Mitte des Raumes.

Sie strich mit den Fingern über das Holz und spürte die Unebenheiten, die für die meisten einfache Gebrauchsspuren waren. Doch für Ella war dieser Tisch etwas Besonders. Und das lag nicht daran, dass es ihre erste gemeinsame Anschaffung für die neue Wohnung war, sondern vielmehr, dass er den Raum mit Leben füllte. Sie genoss an ihm ein ausgiebiges Sonntagsfrühstück mit Paul oder auch ein Essen mit Freunden, was aufgrund ihrer Arbeitszeiten nur sehr selten vorkam.

Während Ella ihren Kaffee immer wieder nur kleine Schlucke von ihrem Kaffee nahm, um sich nicht zu verbrennen, blätterte sie die Zeitung durch. Sie überflog die einzelnen Seiten, bis sie schließlich im Lokalteil bei einem Artikel hängen blieb, bei dem sie schon vorher wusste, dass er an diesem Tag erscheinen würde. Sie las die ersten Absätze Zeile für Zeile und war wieder mal erstaunt darüber, wie viel Journalisten zur Wahrheit dazu dichten konnten.

Sie hatte vor ein paar Wochen zusammen mit ihrem Kollegen Linus Moranto einen Mordfall übernommen, der schwieriger zu lösen war, als sie am Anfang vermutet hatten. Nach tagelangen Befragungen und dem Auswerten unzähliger Indizien war es ihnen letzte Woche gelungen, den Mörder endlich zu fassen und hinter Gitter zu bringen. Gestern fand die Pressekonferenz dazu statt, in der Linus, ihr Chef Kriminaldirektor Leonhard und sie die restlichen Informationen – oder viel mehr die Information, die für die Bevölkerung bestimmt waren – mit der Öffentlichkeit teilten.

Als sie den letzten Tropfen Kaffee getrunken hatte, blickte sie aus dem Fenster und lächelte zufrieden. Die Sonne strahlte und am Himmel waren weit und breit keine Wolken zu sehen. Ella hörte ein paar Kinder fröhlich durcheinanderrufen und auch bei ihr wurde die morgendliche Müdigkeit nach und nach von guter Laune vertrieben.

Das Knurren ihres Magens riss Ella aus ihren Gedanken. Mit einem Blick auf die Uhr stand sie auf, ging in die Küche und stellte ihre Tasse neben die Spüle.

Sie hatte noch zwanzig Minuten, bis sie losmusste, um pünktlich zum Geburtstagsfrühstück mit ihrer besten Freundin Isabel im Café zu sein.

Ella eilte durch den Flur ins Schlafzimmer und blieb vor ihrem Kleiderschrank stehen. Noch während sie in ihrem Handy die zu erwartenden Höchsttemperaturen nachsah, zog sie ihren Schlafanzug aus und schmiss ihn aufs Bett. Sie ging in Windeseile ihren Kleiderschrank durch und entschied sich, mit dem Wetter im Hinterkopf, für einen Jeansrock, der knapp über den Knien endete, und eine bordeauxrote Bluse mit kurzen Ärmeln, die sie lässig in den Jeansrock steckte. Fertig angezogen ging Ella nochmal ins Bad. Sie machte die Tür hinter sich zu und schaltete das Radio neben der Badewanne ein. Leise mitsummend löste sie den Haargummi, kämmte ihre glatten Haare und band sie erneut zu einem Zopf zusammen. Sie wusch ihr Gesicht mit warmem Wasser und cremte es mit einer Tagescreme mit Mandelöl ein, bevor sie dezentes Make-Up auflegte.

Zurück im Flur schlüpfte Ella in ihre weißen Sneaker und holte ihren Lippenstift im Farbton Berry Nude aus der Handtasche. Sie trug die farbige Masse auf, warf einen flüchtigen Blick in den Spiegel und griff nach ihrem Schlüssel. Eilig zog sie die Tür hinter sich zu und rannte die drei Stockwerke zur Straße hinunter.

»Mist!«, schrie sie aus, als sie auf halbem Weg stoppte, um immer zwei Stufen auf einmal nehmend wieder nach oben zu hetzen.

Oben angekommen hatte sie den Wohnungsschlüssel schon in der Hand und öffnete die große Tür ihrer Altbauwohnung. »Das Geschenk«, murmelte sie und griff nach der bunten Tüte, die im Flur stand. Rasch verließ sie die Wohnung und eilte erneut nach unten. Als sie die Bushaltestelle erreichte, atmete sie erleichtert auf. Denn sie hatte noch zwei Minuten, bis der Bus abfahren würde.

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Foto im Titelbild: StockSnap / Pixabay

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