Wie uns fremde Kulturen verändern

Hallo, ich bin Anni vom Lifestyle-Blog littlemissanni. Während meiner langen Auslandsaufenthalte wollte ich meine Lieben zu Hause immer auf dem Laufenden halten und habe dadurch meine Liebe zum Bloggen entdeckt. Auf meinem Blog geht es um alle Dinge, die mein Leben berühren: Reisen, Essen, Fitness und was mir sonst so in den Sinn kommt.

Schon seit ich denken kann habe ich dieses Fernweh in mir. Es hat mich aus irgendeinem Grund immer weggezogen. Nicht dass mir meine Heimat nicht gefällt: Die Weinberge, Kastanien, Wälder und sogar der Dialekt geben mir jedes Mal wieder das Gefühl zu Hause zu sein. Trotzdem brauche ich immer diesen Kick, das Abenteuer, weg zu sein.

Bei meiner Wahl der Länder, in die es mich verschlug, machte ich mir keine besonderen Gedanken um die jeweilige Kultur – England war nah, ich hatte sofort einen Job und es war trotzdem etwas „Fremdes“; Mexiko hatte eine Partneruni, ich hatte dort bereits Freunde und es war tatsächlich mal ein Land, das nicht alle zum Leben wählen. Durch vorherige Reisen und Freunde wusste ich in beiden Ländern grob, was mich erwarten wird, weshalb ich mir nicht so viele Gedanken im Vorfeld machte. In den beiden Ländern angekommen, war der Kulturschock dann doch groß – gut, in Mexiko um einiges größer als in England.

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Bereits während meiner Zeit im Ausland bemerkte ich, wie mich die fremden Kulturen ein bisschen veränderten: Ich lernte gelassener zu sein, den Sunday Roast zu schätzen oder auch bei Wind und Wetter die Natur zu genießen. Aber wann ich wirklich bemerkte, wie ich mich durch die fremden Kulturen veränderte, war, als ich wieder zurück in meine Heimat kam. Erst als ich mit dem Gewohnten konfrontiert wurde, öffnete es mir die Augen. Denke ich immer noch genauso über das Thema? Reagiere ich in einer bestimmten Situation noch genau gleich wie ein Jahr zuvor? Gehe ich mit Menschen noch in derselben Art und Weise um?

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Zur Kultur der Menschen gehören ganz alltägliche Dinge, wie zum Beispiel wann zu Abend gegessen wird oder was morgens zum Frühstück auf dem Teller landet; aber eben auch etwas kompliziertere Aspekte, wie man beispielsweise etwas ablehnt ohne unhöflich zu sein oder wie man Freundschaften schließt. Seit ich in England war bin ich ein viel höflicherer Mensch. Der dortige Umgang erschien mir in der ersten Zeit etwas übertrieben höflich und aufgesetzt. Nach einer Weile hatte ich ihn aber voll und ganz verinnerlicht. Und als ich dann wieder zurück in Deutschland war, kamen mir alle schroff und unhöflich vor. Ich würde sagen, mittlerweile habe ich mich irgendwo in der Mitte der beiden „Extreme“ wiedergefunden. Ich weiß, dass ich hier nicht zu oft bitte und danke sagen muss, werde aber generell schnell verärgert, wenn sich jemand nicht ordentlich bedankt. Als ich von Mexiko in die USA reiste, um eine Freundin zu besuchen und sie mich fragte, was ich zum Frühstück haben wolle, fühlte ich mich komplett überfordert, denn das Essen war ganz sicher nicht mehr wie in Mexiko. Plötzlich war für mich die Vorstellung von Joghurt, Brot oder was auch immer ich vorher immer morgens gegessen hatte, völlig absurd. Deshalb ging unser erster Einkauf erstmal in einen mexikanischen Supermarkt, damit ich mich langsam wieder akklimatisieren konnte. Es waren diese kleinen Momente, in denen ich realisierte, wie sehr mich die fremde Kultur doch verändert hatte, ohne dass ich es mitbekommen hatte.

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Ich könnte hier wohl noch zahlreiche Beispiele bringen, wie ich mich genau verändert habe durch den Kontakt mit anderen Kulturen, aber das würde wahrscheinlich etwas zu lang werden. Stattdessen möchte ich allgemeiner werden: Fremde Kulturen helfen uns dabei unseren Horizont zu erweitern. Sie öffnen unsere Augen für neue Dinge und sorgen dafür, dass wir gewohnte Situationen im Leben aus einer anderen Perspektive betrachten. Sie helfen uns nicht nur unseren Charakter zu formen, sondern auch, wie wir Situationen und andere Personen wahrnehmen. Durch den Kontakt mit fremden Kulturen können wir einen Blick auf unsere eigenen Angewohnheiten und Traditionen werfen und sie hinterfragen. Es hilft uns, unsere Identität und Kultur aufzubauen, indem wir einzelne positive Eigenheiten in uns integrieren. Obwohl ich eine große Verfechterin davon bin, raus in die Welt zu gehen und das Leben in anderen Ländern hautnah zu erleben, genügt oft schon ein Schritt aus der Haustür – denn wir haben das Privileg, jeden Tag mit Menschen, deren Wurzeln in den unterschiedlichsten Nationen liegen, zusammenzutreffen. Hier hilft schon eine etwas tiefgründigere Unterhaltung als reiner Small Talk, um eine neue Perspektive auf unser Leben zu bekommen.

Wie uns fremde Kulturen genau verändern? Das lässt sich schwer beantworten. Sie verändern uns auf jeden Fall, ja – aber inwiefern hängt wohl auch davon ab, was wir aus unseren Erfahrungen mitnehmen.

Eure Anni

Wenn euch der Gastbeitrag von Anni gefallen hat, dann schaut doch mal auf ihrem Blog littlemissanni vorbei und folgt ihr, damit ihr immer auf dem neuesten Stand bleibt.

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