Wie du ohne Sprachlehrer eine Sprache lernst

In der Schule ist es einfach eine Sprache zu lernen, denn du wirst von deinem Lehrer sozusagen an die Hand genommen. Er sagt dir alles, was du wann lernen sollst.

Aber sind wir doch mal ehrlich: War es so leichter eine Sprache zu lernen?

Ja, ich denke schon. Du musstest dir nicht viele Gedanken über deine Lernorganisation oder dein Selbstmanagement machen. Selbst bei deiner Zielsetzung konntest du nicht wirklich frei entscheiden. All das hat Vor- und Nachteile, aber was passiert, wenn du mit der Schule fertig bist oder dein Sprachlehrer beschließt, in den Urlaub zu fahren oder wieder zurück in die Heimat zu ziehen?

Wie lernst du eine Sprache ohne die Hilfe anderer?

Geht das überhaupt, wirst du dir jetzt denken. Wie sollst du denn eine Sprache lernen, wenn niemand da ist, der es dir beibringt?

Ich weiß, das klingt am Anfang ein bisschen merkwürdig. Aber es gibt so viele Menschen da draußen, die Sprachen lernen -ohne regelmäßig in einen Sprachkurs zu gehen! Und ich bin mir sicher: Du kannst das auch!

Ich lerne, seitdem ich mit der Schule fertig bin, Sprachen mehr oder weniger ohne Sprachlehrer und bin unheimlich glücklich damit!

Warum mehr oder weniger? Ich studiere Französisch und Italienisch, aber an der Universität gibt es keinen reinen Sprachunterricht mehr, sodass ich auch die Sprachen ohne richtigen Sprachlehrer lernen darf.

Der Vorteil?

Ich lerne das, was ich für die Sprache brauche.

Darf ist das Stichwort. Du kannst eine Sprache nur richtig lernen, wenn du das Gefühl hast, es zu dürfen und nicht zu müssen. Redest du dir ein, du musst heute noch Vokabeln lernen oder du musst diese Sprache jetzt lernen, solltest du dir überlegen, ob dein Ziel noch das richtige ist. Ziele verändern sich in jedem Teil des Lebens, somit kann das auch im Bereich Sprachen lernen vorkommen.

Warum lernst du diese Sprache?

Schreibe deine Ziele auf und gehe motiviert an die Sache heran. Bist du nicht motiviert und hast eigentlich gar keine Lust, dann ist das entweder nicht die richtige Sprache für dich oder dir ist noch nicht klar, warum du die Sprache lernen darfst.

So lernst du auch ohne Sprachlehrer eine Sprache

1) Suche dir einen Sprachpartner

Am einfachsten lernst du eine Sprache, wenn du sie anwenden kannst. Du kannst mit deinem Sprachpartner E-Mails oder Briefe schreiben, aber auch skypen oder telefonieren ist eine tolle Möglichkeit, das Gelernte in die Praxis umzusetzen. Vielleicht hast du auch so viel Glück, dass du einen Sprachpartner findest, der gerade als Au Pair oder Erasmus-Student in deiner Stadt ist. Macht ein Ritual daraus, euch jede Woche auf einen Kaffee zu treffen und euch zu unterhalten.

Egal ob E-Mails, Briefe, Skype, Telefon oder in Person selbst: Versuche eine Regelmäßigkeit in das Lernen mit deinem Sprachpartner zu bringen.

Trefft euch oder skypt einmal pro Woche. Nach einiger Zeit wirst du merken, dass es dir hilft und du immer besser in deiner Lernsprache wirst!

Einen Sprachpartner kannst du über das eLearning-Programm bei der Uni Bochum finden!

2) Integriere deine Lernsprache in deinen Alltag

Das ist ein Tipp, den du vermutlich schon sehr oft gehört hast. Aber das zeigt allein, wie wichtig er ist! Es spielt keine Rolle, wie du die Sprache in den Alltag integrierst, sondern ob es dir weiterhilft und du Spaß dabei hast! Denke nach, sei kreativ und dir werden viele Möglichkeiten einfallen, in welchen Situationen du überall lernen kannst.

Hier sind einige Beispiele:

Viele Bücher in Fremdsprachen findest du bei Amazon, aber auch in großen Buchhandlungen gibt es oft eine gut sortierte Abteilung. Schau einfach mal rein.

Filme in der Fremdsprache? Auf den meisten DVDs oder Blu-rays ist der Film auf anderen Sprachen auch vorhanden. Wenn du mehr über „Filme in der Fremdsprache schauen“ wissen möchtest, lies diesen Artikel!

Es gibt unzählig viele Rezepte auf der Welt und viele sind auch in deiner Lernsprache vorhanden. Entweder du kaufst dir ein Kochbuch in deiner Lernsprache oder du schaust im Internet. Auf der Seite von Jamie Oliver findest du viele englische Rezepte, auf Marmiton (ich liebe diese Seite und kann sie nur empfehlen!) viele französische und auf La Cucina Italiana viele italienische Rezepte! Natürlich gibt es auch für andere Sprachen tolle Internetseiten!

3) Lerne Vokabeln

Vokabeln kann ein Sprachlehrer nicht für dich lernen, daher ist das eine Aufgabe, die immer deine Aufgabe bleiben wird. Lerne regelmäßig und selbst wenn es fünf Vokabeln am Tag sind, ist es besser als keine zu lernen.

Vokabeln kannst du gut mit Klebezetteln, aber auch mit Babbel lernen. Ich nutze den Vokabelwiederholer von Babbel und bin damit sehr zufrieden!

4) Schreibe dir einen Lernplan

Das klingt langweilig? Ist es aber nicht! Schreibe dir einen Plan, was du wann erledigen möchtest. Schreibe ihn so, dass du ihn verstehst und deinem Ziel Tag für Tag einen Schritt näher kommst.

Natürlich kannst du dich erstmal entscheiden, ob du dir täglich einen Lernplan schreibst oder dich einmal die Woche in Ruhe an den Schreibtisch setzt und deinen Lernplan für eine komplette Woche schreibst. Bist du dir nicht sicher, dann probiere aus, mit welcher Methode du besser zurechtkommst.

Du hast 2 Möglichkeiten, wie du einen Lernplan schreibst:

Möglichkeit 1:

Schreibe es so detailliert wie möglich.

Beispiel:        Vokabeln, Seite 192, von la mère bis le chien

Grammatik, Le passé composé, Theorie und 2 Übungen

Diese Methode ist sehr gut für Anfänger. Bist du dann im Prozess des Lernens angekommen und du weißt, was du zu lernen hast, kannst du auch Möglichkeit 2 nutzen.

Möglichkeit 2:

Schreibe es so, dass du weißt, was du lernen darfst.

Beispiel:        Vokabeln (mindestens 50 Stück)

Grammatik

Das ist eine Methode, die für fortgeschrittene Lerner geeignet ist. Du musst dein Lernziel immer im Kopf haben und genau wissen, was du wiederholen solltest und welches neue Thema du lernen möchtest.

Fange mit Möglichkeit 1 an und wenn du merkst, du brauchst keinen detaillierten Lernplan mehr, dann gehe Schritt für Schritt in Möglichkeit 2 über.

Ich persönlich arbeite mit Möglichkeit 2. Zusätzlich zu Grammatik und Vokabeln steht bei mir unter anderem noch „lesen“, denn ich möchte jeden Tag etwas in der Fremdsprach lesen. Selbst wenn es nur ein kleiner Absatz ist!

Möchtest du mehr über das Erstellen eines Lernplans erfahren? Dann schau mal bei Lernplan!

5) Sei ein Tourist in deiner Stadt

Das klingt komisch? Ja, aber du wirst merken, du kannst dabei nur lernen. Gehe in die Touristeninformation und hole dir die Infohefte in deiner Lernsprache. Wenn du mutig genug bist, kannst du auch eine Stadtführung in deiner Lernsprache mitmachen.

Willst du es lieber erstmal alleine ausprobieren, dann kaufe dir einen Reiseführer über deine Stadt in deiner Lernsprache. Wandere mit deinem neuen Reiseführer durch die Stadt und ich bin mir sicher, auch du kennst noch nicht alles.

6) Reise (oder fahre in den Urlaub)

Eine Sprache lernst du am besten in dem Land, in dem sie gesprochen wird. Also reise! Reise in das Land und rede mit Einheimischen. Sei neugierig und lerne die Kultur kennen.

Auch auf Reisen lernst du Wörter und Redewendungen, die in keinem Lehrbuch stehen. Eine Reise bildet und du solltest so viel Reisen wie du kannst!

Hast du noch mehr Tipps, wie du eine Sprache ohne Sprachlehrer lernen kannst?

Lass es mich wissen und schreibe einen Kommentar!

18 Gedanken zu “Wie du ohne Sprachlehrer eine Sprache lernst

  1. Hallo! Wenn du einen Skype Lehrer in Italienisch brauchst, check https://preply.com/de/skype/italienisch-Nachhilfe. Hier kann man leicht einen guten Italienischlehrer finden, auch einen Muttersprachler aus Italien. Die Preise sind sehr attraktiv, es ist möglich, nur 9 Euro für eine Stunde zu zahlen. Es ist auch sehr hilfreich, dass man hier einen Lehrer mit Spezialisierung, z. B Allgemeines Italienisch, Italienisch für Kinder, Business Italienisch, finden kann.

  2. Hallo!
    Ich lerne seit 4 Jahren Slowakisch und würde gerne effektiver deine Tipps anwenden, aber für Zeitungsartikel bin ich IMMER NOCH viel zu schlecht und für Bücher erst recht. Das liegt vor allem daran, dass es kaum/keine ordentlichen Lehrwerke für die slowakische Sprache gibt. Insofern fällt mir das Lernen alla „50Voc/Woche“ etc. besonders schwer. Momentan habe ich zwei Tandem-Partnerinnen, die mich ganz schön boosten, was echt klasse ist, aber ich wäre dankbar über weitere Tipps speziell zum Finden von passendem Material.

    • Hallo Katka,

      wenn dir „normale“ Bücher zu schwer sind, versuche es mal mit Kinderbüchern. Da ist die Sprache leichter, da einfachere Wörter und kurze Sätze verwendet werden. Ansonsten hilft es auch, viel in der Lernsprache zu schreiben (du kannst Texte abschreiben) und in der Lernsprache zu reden.
      Umgib dich mit der Sprache und versuche auch ab und an in ihr zu denken.

      Liebe Grüße und viel Erfolg weiterhin,
      Lena

  3. Hallo, ich heisse Georgi und komme aus Bulgarien. Ich lerne Deutsch schon 8 Monate.Ich finde die Sprache schwer aber ausserdem sehr interessant.Ich kann schon ein bisschen schreiben und habe ich im meinem Kopf viele Wörter aber wenn ich mit den Leuten kommunizieren muss,dann ist schon schwer. Ich hoffe,dass das mit der Zeit verschwinden. Was denken Sie?

  4. Hallo. Ich habe deine Tipps alle gemacht. Ich habe Deutsch und Spanisch gelernt ohne Sprachlehrer. Oft, lese ich Zeitungen, Bücher und sehe Fern in meiner Lernsprache. Ich habe nur einen Deutschkurs gemacht für meine B1 Prüfung zu Sicherheit , ausserdem habe ich so viele Deutschkurse im internet besucht. Wenn Ich Fern sehe , sehe ich die Sendungen immer mit Untertitel . Das hat mir sehr geholfen.

  5. Hallo…Ich lerne Deutsch als Fremdsprache und bin ich zufrieden. Reise in der Land ist toll und lerntipps fur Alltage. Danke auch fur Ihre Hilfe und Tipps. Jetz, kann ich alles versten, aber das ist so schwerich – fur mir – schreiben. Herzliche grusse aus Bosnia und Herzegowina!

  6. Hallo,
    Das hat wirklich toll aufgeschrieben!
    Und hast du Recht mit dass, wir lernen besser wenn wir „wollen nicht müssen“. Nur nicht so einfach ist wollen, obwohl ich hab schon grosse Ziel:)
    ich persönlich mag mit dieses Apps: http://www.funeasylearn.com/ lernen, weil können wir einfacher lernen, wenn das Wort mit Bild ist verbunden, und weiter kann man direkt üben – das unser Gehirn ist nicht gelangweilt, wenn wir über (um?) die Übung denken müssen. Nur die Apps ein Minus hat: manchmal (aber nicht zu oft) sind Fehler – beispiel einige Wort ist verkehrt..
    Ich hoffe, dass obwohl bischen, meine Worte verständlich sind;)

    Herzliche Grüße, Johanna

    • Hallo Johanna,
      vielen Dank für deinen Kommentar und auch für den Tipp mit der App!
      Du hast Recht, dass es für manche Lerner leichter ist, die Wörter gleich mit dem Bild zu verknüpfen!
      Liebe Grüße, Lena

  7. Hallo Lena,

    Zuerst muss ich sagen dass, Ich dein Blog volltoll finde!!!
    hier mein Tipp:
    Es ist auch sehr hilfreich Musik in deiner Lernsprache zu hören, persönlich mache ich es jeden Tag obwohl ich gar nicht verstehe! 🙂 beim Hören kann man gut die Ausprache verbersern und außerdem neuer Wortschatz lernen.
    ich bin vor 3 Monate in Deutschland angekommen und habe mir die Sprache selbst beigebracht!

    Continua así y yo seguiré leyendo tus notas! die sind sehr interesant!
    Saludos!
    Brayan

    • Hallo Brayan,
      vielen Dank für deinen Lerntipp! Natürlich hast du recht und das Beste am Musikhören ist, dass du es überall machen kannst: im Auto, in der Bahn oder auch während du kochst oder aufräumst.
      Liebe Grüße,
      Lena

  8. Hallo Lena,

    ich sehe schon, wir ticken ziemlich gleich. Du führst die Grundsätze an, die auch ich beim Erlernen einer Fremdsprache für wichtig halte, ich würde aber noch einen Punkt ergänzen:

    Lerne Grammatik nur dann, wenn du sie auch brauchst. Viele Menschen quälen sich nämlich mit Grammatikformen aller Art ab – je komplizierter desto besser scheint manchmal das Motto zu sein – und brauchen diese Formen nicht. Viele Grammatikthemen sind ganz natürlich mit Situationen und Vokabelfeldern verknüpft; zum Beispiel brauchst du die besitzanzeigenden Begleiter (Possessivbegleiter wie mein, dein …) bei den Familienangehörigen, die Verhältniswörter (Präpositionen wie auf, neben, vor, hinter …) bei Wegbeschreibungen in der Stadt usw. Wenn du über deinen letzten Urlaub erzählen willst, brauchst du eine Vergangenheitszeit – lerne sie also genau dann!

    Wenn du als Leser von Lenas großartigem Blog weitere Tipps brauchst, lade ich dich ein, auch einmal bei mir vorbeizuschauen unter http://erfolgreichessprachenlernen.com

    Herzliche Grüße
    Christine

    • Hallo,
      Grammatik nur dann zu lernen, wenn sie gebraucht wird, ist ein Punkt, der sich noch gut ergänzen lässt! Vielen Dank dafür!
      Liebe Grüße, Lena

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