Warum du nur 15% von dem, was du lernst, behältst

Hast du manchmal das Gefühl, dass du dir ganz sicher bist etwas gelernt zu haben, aber du kannst jetzt nicht mehr darauf zurückgreifen? Ich bin mir sicher, so ist es dir auch schon ergangen. Dir liegt das Gesuchte auf der Zunge, findest es aber doch nicht im Kopf.

Warum? Weil unser Gehirn ein Sieb ist.

Hermann Ebbinghaus ist ein deutscher Psychologe, der unter anderem durch seine Vergessenskurve bekannt geworden ist. Diese Kurve zeigt den Grad des Vergessens innerhalb einer bestimmten Zeit.

Es ist wirklich erschreckend, aber es geht fast jedem von uns so. Seine Kurve besagt, dass du bereits 20 Minuten nach dem Lernen von 100 % nur noch 60 % wirklich in deinem Kopf abrufen kannst. Nach einem Tag sind es sogar nur noch 34 % und eine Woche nach dem Lernen ist dein abrufbares Wissen weiter auf 23 % gesunken.

Und dauerhaft?

Das ist die gute Nachricht: Dauerhaft bleiben dir zumindest noch 15 % des Gelernten im Kopf, sodass du immer wieder darauf zurückgreifen kannst.

Warum das die gute Nachricht ist? 15 % sind besser als nichts. Und damit du die Vergessenskurve umgehst beziehungsweise verlängerst, gibt es einige Tipps und Tricks, die du leicht in deinen Alltag einbauen kannst. Aber dazu später mehr.

Wo macht sich die Vergessenskurve besonders deutlich?

Du brauchst eine Telefonnummer oder eine Adresse und bekommst sie nur noch in Bruchstücken zustande? Oder du benötigst ein Passwort, was du lange nicht verwendet hast? All das sind Zeichen, die auf die Vergessenskurve zurückzuführen sind.

Wie du der Vergessenskurve den Kampf ansagst

Natürlich klingen 15 % wirklich wenig, wenn du daran denkst, wie lange du gelernt hast und wie viel du nachgedacht hast. Aber du kannst der Kurve den Kampf ansagen und einige Dinge in deinem Alltag und an deinem Lernverhalten ändern!

Welche das sind erfährst du jetzt:

5 Tricks gegen das Vergessen von Gelerntem

oder wie du von den 15 % wegkommst

1) Frage dich selbst nach dem Gelernten 

Führe Selbstgespräche und frage dich selbst ab. Erkläre dir selbst nochmal, was du gelernt hast, wenn du zum Beispiel gerade im Bus sitzt oder beim Arzt im Wartezimmer wartest. Je öfter du das Gelernte im Kopf durchgehst, desto besser wirst du es behalten.

2) Schenke Dingen, die unwichtig erscheinen, mehr Aufmerksamkeit 

Du siehst einen alten Kollegen wieder und weißt den Namen nicht mehr. In so einer Situation waren wir bestimmt alle schon mal. Aber ist das nicht peinlich? Dir wird das nicht mehr passieren, wenn du in Zukunft deine Aufmerksamkeit auch den unwichtigen Dingen schenkst. Namen merken ist eine gute Übung, um das Gedächtnis zu trainieren. Schenke Kleinigkeiten bewusst mehr Aufmerksamkeit und löse dich so von den 15%.

3) Wiederhole das Gelernte 

Du kannst etwas nicht nur einmal lernen und es dann für immer behalten. Wiederholung ist das Zauberwort. Lege dir bewusst Zeiten in deinem Lernplan fest, in denen du das Gelernte wiederholen kannst und nichts Neues dazu lernst. Je öfter du das Gelernte wiederholst, desto besser wirst du es behalten.

4) Gib das Gelernte weiter 

Natürlich kannst du das Gelernte auch weitergeben und somit auch für dich wiederholen. Das kann in Form von einer Nachhilfestunde sein oder du erklärst es einer Person aus deinem Kurs, die es noch nicht so gut verstanden hat wie du. Helfe anderen, so wirst du dir auch selbst helfen.

5) Visualisiere das Gelernte

Es gibt verschiedene Typen von Lernern und für manche ist es eine gute Methode das Gelernt mit Bildern zu verknüpfen. Visualisiere das Gelernte, indem du zum Beispiel ein MindMap gestaltest oder dir eine Geschichte ausdenkst und diese aufschreibst. Du kannst dir aber auch Bilder heraussuchen, die du dann mit den einzelnen Teilen des Gelernten verknüpfen kannst.

Wenn das Problem woanders liegt

Oft liegt es nicht am Lernen, sondern an der Person selbst. Bist du vielleicht eine vergessliche Person? Oder denkst du nicht immer an alles?

Das kann verschiedene Gründe haben: Wenn du eine Person bist, die sowohl im Privatleben als auch im Arbeitsalltag sehr viel zu tun hat, läufst du schneller Gefahr als andere, Dinge oder auch Termine einfach zu vergessen. Aber wie kannst du deinen Kopf gegen Vergesslichkeit trainieren?

Vergesslichkeit – Auf Wiedersehen!

oder 3 Tipps gegen das kleine Monster „Vergesslichkeit“

1) Schreibe dir Erinnerungszettel  

Fällt dir etwas ein, was du unbedingt erledigen musst, dann schreibe es gleich auf. Dafür kannst du kleine bunte Zettel (Post-Its) nehmen, einen Taschenkalender oder auch dein Handy. Wichtig ist, dass du es sofort aufschreibst, sonst wirst du es wieder vergessen.

Achte darauf, dass es für dich gut sichtbar ist. Es bringt nichts, wenn du alles in deinen Kalender schreibst, der aber dann nur im Regal liegt.

2) Führe eine To-do-Liste  

Nach To-do-Listen arbeiten ist ein altbewährtes Prinzip, dass ich dir nur wärmstens empfehlen kann.

Wie du deinen Arbeitsalltag mit To-do-Listen organisierst, erfährst du in diesem Artikel!

3) Verwende Erinnerungshilfen 

Verwende Dinge, die dir helfen, dich an bestimmte Termine zu erinnern. Hast du zum Beispiel am Freitag einen Zahnarzttermin, dann lege deine Zahnpastatube ganz bewusst an einen Ort, an dem sie dir auffällt und an den sie eigentlich nicht hingehört.

Das Prinzip ist einfach: Du verbindest das Gesehene mit dem Termin in deinem Kopf. Daher ist es immer wichtig, dass du zwischen dem Gegenstand und dem Termin eine Verbindung herstellen kannst!

Nur weil wir jetzt die ganze Zeit vom Vergessen geredet haben, heißt das nicht, dass wir uns nichts merken können. Gehe kurz in dich und überlege, was du alles weißt.

Eine ganze Menge oder?

Hast du noch einen Tipp, wie wir uns noch mehr merken können?

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8 Gedanken zu “Warum du nur 15% von dem, was du lernst, behältst

  1. Bravo !!!!!

    ein weitere gut Artikel.
    Diese Tage ich arbeite fur Deutsche A2 Zertifikat , so es gibt mir Wortlisten zu aufwenig.
    Hoffentlich deine Artikel sehr nutzlich werde.

    Aber ich muss teile meine personlich Method uber neu Wort zu lernen.

    ich habe a besonderes Buch fur Vokabular und Satze.
    wann lerne ich neu Worten auf dem Listen , ich schreibe und zeichne die Foto mit Hand als Handsketch.

    das helft mir besser fur Erinnern.

    • Vielen Dank! Es ist gut, wenn du eine Methode gefunden hast, die dir am besten hilft! Und ich bin mir sicher, du wirst das A2 Zertifikat schaffen!
      Liebe Grüße, Lena

  2. Ein guter Artikel , ich stehe immer vor diesem Problem und ich finde es echt schrecklich beim Deutsch Lernen. man lernt viele Wörter auswendig dann am nächsten Tag vergisst man fast alles . Wiederholung und Visualisieren funktioneren prima , auch Lesen und Deutsche Filme bzw Serien Anschauen helfen ja schon . Ich danke dir Lena für diese schönen und hilfreichen Tipps 🙂

    schöne Grüße aus Kairo 🙂

    • Hallo,
      vielen Dank! Mich freut es zu hören, dass dir der Artikel geholfen hat! Toll, dass du viele Möglichkeiten gefunden hast, wie du am besten Deutsch lernst.
      Liebe Grüße aus dem Süden von Deutschland,
      Lena

  3. Hey Lena,

    schöner Artikel! Vieles von dem was du beschreibst nutze ich auch. 🙂

    In meinem ersten Artikel habe ich darüber geschrieben mit welchen Lernmethoden ich es vom Sitzenbleiber zum Einserschüler geschafft habe. Ein weiterer wichtiger Tipp daraus wäre zB. eine Tonaufnahme zu machen, also sich selbst ein mal alles auf „Band“ zu sprechen. Dann kann man es immer mal wieder nebenbei anhören. Funktioniert super während dem Kochen zB. 🙂

    Lieben Gruß

    • Hallo Ronja,
      vielen Dank für deine weiteren Tipp! Ich finde auch, dass das ein sehr gute Methode ist und sollte zumindest einmal ausprobiert werden!
      Einen schönen Freitagabend!
      Liebe Grüße, Lena

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