Interview mit Monya von Becrazygohappy.de

Interview mit Monya von Becrazygohappy.de

Monya von Becrazygohappy ist nun seit mehr als 5 Wochen in Asien unterwegs. Was das Reisen mit ihr gemacht und wie das Schreiben ihr geholfen hat, erzählt sie dir alles im Interview.

Monya von Becrazygohappy.de

1) Monya, schön, dass wir das Interview führen können. Stell dich doch bitte den Lesern vor.

Ich heiße Monya, bin 22 Jahre alt und schreibe seit 1 Jahr über die Veränderungen in meinem Leben auf Becrazygohappy.de. Ich versuche mit meinen Erfahrungen und Erlebnissen Andere mitzureißen, denen es ebenso geht. Ich komme aus dem Süden Deutschlands, fühle mich aber eher in Berlin oder der Welt zuhause. Ich liebe es neue Länder, Kulturen und Menschen aus aller Welt kennenzulernen.

2) Du bist nun seit einiger Zeit in Asien auf Reisen. Wie kam es dazu? Und warum hast du diesen Teil der Welt gewählt?

Ich reise jetzt seit 5 Wochen durch Asien. Es ist der Wahnsinn, wie schnell diese 5 Wochen vergangen sind! Wie es zu meiner Reise kam? Nachdem ich Schule, Studium und Jobeinstieg immer nahtlos durchgezogen habe, wurde der Wunsch nach einer „Pause“ immer größer. Die Welt sehen, bevor man zu fest im Berufs- oder Familienleben steckt. Für mich war Asien, vor allem Thailand immer Faszination Nummer 1, da Freunde von meinen Eltern dort immer im Urlaub waren und ich wunderschöne Fotos gesehen habe. Meine Eltern und ich sind schon immer viel gereist, mindestens 6 Wochen im Jahr irgendwo in Europa. Da meine Eltern nicht fliegen, war Asien keine Option. Natürlich musste dann die Open-End-Reise erstmal dahin gehen. Bisher bin ich einfach nur begeistert. Meine Erwartungen wurden nicht enttäuscht und vor allem das Landleben in Kambodscha raubt mir gerade jeden Tag den Atem.

3) Du bist im Moment alleine unterwegs? Wie fühlt es sich an, alleine zu reisen? Kannst du es anderen empfehlen?

Für mich war klar, alleine loszuziehen, da alle meine Freunde entweder keine Auszeit nehmen wollten oder konnten bzw. wenn sie verreisen, das mit ihrem Partner tun. Ich habe mich ans Alleinreisen langsam herangetastet. Zuerst 4 Tage in Amsterdam, dann 7 Tage Marokko, dann eine Reise mit einem Kumpel und viel Zeit alleine in Bali. Dann endlich Asien Open-End.

Hatte ich Angst als ich los bin? Angst nicht, aber einen Riesenrespekt. Wenn du alleine reist, musst du alles für dich alleine klären. Niemand nimmt dir Entscheidungen ab, klärt Dinge für dich oder kann unangenehme Dinge übernehmen. Manchmal hatte ich Angst alleine zu sein. Allerdings habe ich allein auf dem Weg nach Thailand so viele Menschen im Zug und Flieger kennengelernt, dass die Zweifel immer kleiner wurden und die Vorfreude überwog. Ich kann nur empfehlen alleine zu reisen. Du wächst täglich über dich hinaus! Das gibt so viel Selbstvertrauen und Kraft. Und immer wieder denkst du dir: Wow, vor 3 Monaten hätte ich das nicht gemacht. Dieser Gedanke kam mir, als ich vom Siem Reap Flughafen mit dem Tuck-Tuck zu der Schule gefahren wurde, in der ich Freiwilligenarbeit leiste. Es hatte geregnet, alles war matschig, wir waren irgendwo am Ende der Welt, es gab keine Stadt und der Kerl hätte mich wo auch immer hinfahren können. Ich hätte es nicht mal gemerkt. So etwas hätte ich früher niemals gemacht. Stattdessen habe ich einfach die Fahrt und die Natur genossen.

4) Natürlich geht es bei Sprachenlust auch um Sprachen. Also: Wie verständigst du dich auf Reisen? Wie gehst du mit anderen Kulturen um?

Sprache: Ganz klar Englisch! Da ich weder Thai noch Khmer spreche, habe ich keine andere Möglichkeit mich mit den Menschen zu verständigen. Was die verschiedenen Kulturen angeht bin ich sehr offen, lasse mich darauf ein und freue mich, wenn mich jemand teilhaben lässt bzw. mir einen tieferen Einblick gibt. Aktuell wohne ich bei einer Kambodschanischen Familie in einem kleinen Dorf und es ist wunderschön. Es gibt keine Touristen, die Märkte sind für die Einheimischen, alles ist relativ unberührt. Man hört Musik und Gebete von den Pagoden. Es ist toll, das „richtige“ Leben und die Kultur so hautnah mitzuerleben und ein Teil davon zu sein.

5) Gab es einen Moment, in dem dich die Sprache vor unerwartete Herausforderungen gestellt hat?

Sprachliche Barrieren gibt es hier jeden Tag. Es ist ein Dorf, nicht viele Menschen sprechen Englisch, aber es findet sich immer ein Weg. Wörter wie Kaffee und Tee (bzw. Coffee und Tea) sind relativ ähnlich. Zahlen lassen sich mit den Fingern darstellen. Den Preis erfrage ich durch zeigen und vor allem alte Frauen zeigen mir einfach den Geldschein oder schreiben die Zahl auf. Es funktioniert meistens. Auf dem Markt sind zum Beispiel auch oft Kinder oder einzelne Personen, die etwas Englisch können. Diese werden von den Einheimischen dann schnell herbeigerufen und es klärt sich alles.

6) Du selbst schreibst auch einen Blog. Wie hat dich das Schreiben verändert?

Das Schreiben ist für mich eine Form geworden, meine Gedanken und Gefühle loszuwerden. Einen Ausweg aus dem Gedankenkarussell zu finden. Wenn ich dabei noch jemanden inspirieren kann – umso besser!

7) Hast du einen Rat für diejenigen, die lernen und leben wollen wie sie es selbst möchten?

Im Prinzip: Einfach machen. Ich habe immer wieder festgestellt, dass es nichts bringt an einen Ort zu gehen, weil „alle Backpacker dorthin gehen“. Für mich ist mein Bauchgefühl essenziell. Macht mich dieser Ort oder diese Situation glücklich? Wenn nicht, dann nichts wie weg an einen Ort, den ich unbedingt sehen möchte. Folge dem, was dich glücklich macht und hör auf darüber nachzudenken, was die Anderen machen oder dazu sagen.

8) Möchtest du noch etwas ergänzen?

Geht reisen! Schaut euch die Welt an und wenn es nur kurz ist. Wenn du die Möglichkeit hast, leiste Freiwilligenarbeit – es gibt keine schönere Möglichkeit, das richtige Leben im jeweiligen Land kennenzulernen. Was ich daran noch so super finde ist, dass ich mit 8 englischsprachigen Freiwilligen zusammenarbeite. Ich liebe es Englisch zu sprechen und so habe ich die Chance, mich zu verbessern. Ich lerne jeden Tag selbst neue Wörter und kann auch wegen der Satzstellung öfters nachfragen.

Du möchtest mehr über Monya und ihr Projekt erfahren? Dann schau mal auf ihrem Blog Becrazygohappy.de vorbei!

Hast du noch eine Frage an Monya?

P.S. Hat dir das Interview gefallen? Dann teile es doch mit deinen Freunden und Verwandten!

©Titelbild: Pixabay.com (bearbeitet)

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