Die Sprachen dieser Welt

All die Sprachen, die es auf der Welt gibt, sind so gleich und doch so verschieden wie die Menschen, die es auf der Welt gibt.

Wenn man die Muttersprachler dieser Welt betrachtet, ist klar, dass die meisten Chinesisch sprechen, aber selbst in den Top 20 der verbreitesten Sprachen sind vier romanische Sprachen – Spanisch, Portugiesisch, Französisch und Italienisch.

Doch wie viele Sprachen gibt es auf der Welt?

Eine genaue Zahl ist natürlich schwer zu sagen, aber es gibt ungefähr zwischen 6000 und 8000 Sprachen auf der Welt. Wobei hier wieder die Frage entsteht: Was ist eine Sprache und was ist „nur“ ein Dialekt?

Max Weinreich sagte einmal:

“ A shprakh iz a diyalekt mit an armey un a flot. „
“ Eine Sprache ist ein Dialekt mit einer Armee und einer Flotte. „

Ein großes Problem bei der Sprachfindung und -definition ist die unterschiedliche Qualität der historischen Dokumentation. In den romanischen Sprachen zum Beispiel wurde sehr genau dokumentiert. Sogar das (gesprochene) Latein wurde vergleichsweise sehr genau für die Nachwelt dokumentiert, wodurch die heutigen romanischen Sprachen entstanden sind. Ein weiteres Problem ist, dass nicht alle ethnolinguistischen Gemeinschaften genau dokumentiert werden können beziehungsweise konnten.

Doch wo sollen die 6000 bis 8000 Sprachen denn überhaupt sein?

Ich gebe zu, das ist eine gute Frage, aber auch hierfür gibt es Studien und Tabellen. Im Jahr 2000 wurden die Sprachen nach Kontinenten geordnet und in einer Tabelle übersichtlich dargestellt:

Kontinent Anzahl der Sprachen Prozentangabe
Nord- / Mittel- und Südamerika 1 013 15 %
Afrika 2 058 30 %
Europa 230 3 %
Asien 2 197 32 %
Ozeanien 1 311 19 %

Wie du hier feststellen kannst, gibt es in Europa eigentlich sehr wenige Sprachen. Doch woran liegt das? Ganz einfach: In Europa sind vergleichsweise zu Afrika viele Leute notwendig, um eine einzige Sprache am Leben zu halten, wobei hingegen in Afrika es normal ist, dass kleine Gruppen eine eigene Sprache haben. Oft ist es so, dass die Bewohner aus afrikanischen Ländern mehrere Sprachen sprechen, denn es kommt immer darauf an, wo sie sind und mit wem sie reden. Warum? Sprechen sie zum Beispiel die „falsche Sprache“ auf dem Markt, kann es sein, dass sie den doppelten Preis bezahlen.

Wenn man jedoch die Einwohner pro Sprache betrachtet, kommen in Europa etwas mehr als drei Millionen auf eine Sprache. Hingegen in Ozeanien nur etwa 24 000 Einwohner pro Sprache. Das ist auch einer der Gründe, warum Europa oft als „Sprachenwüste“ bezeichnet wird.

Das Problem Australien

Australien ist ein gutes Beispiel für die Gefahr des Sprachentods. Denn Wissenschaftler sagen voraus, dass bis zum Jahre 2050 alle australischen Sprachen ausgestorben sind. Ursprünglich gab es in Australien zwischen 200 und 300 Sprachen, von denen heute nur noch 170 erhalten sind. Von diesen 170 Sprachen werden 100 Sprachen nur noch von Leuten mittleren oder sogar höheren Alters gesprochen. Hinzu kommt, dass nur etwa 20 Sprachen von den 170 an die Kindergeneration weitergegeben werden, woraus klar wird, dass Sprachwissenschaftler den Sprachentod aller australischen Sprachen bis zum Jahre 2050 fürchten.

330px-Australian_languagesBild Australien (Quelle)

Ich finde, Sprachen sind etwas Besonderes. Sie sollten viel Beachtung erfahren und jeder, der Sprachen lernt, sollte sich auch damit auseinander setzen. Sprachwissenschaft kann für Jung und Alt interessant sein.

Danke an eine Vorlesung, die ich dieses Semester an der Uni besuche. Ohne diese Vorlesung hätte es diesen Beitrag vermutlich nie gegeben!

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