Warum du Assoziation & Bisoziation eine Chance geben solltest

Natürlich gibt es viele verschiedene Lernmethoden und nicht jede ist für dich und dein Lernen geeignet. In jedem Fall lohnt sich aber mal einen Blick auf Assoziation und Bisoziation zu werfen. Eine beziehungsweise zwei Lerntechniken die gerne in der Masse untergehen, obwohl sie viel mehr können als du anfangs vermuten wirst. Also gib auch du ihnen eine Chance und probiere sie aus.

Was ist Assoziation und Bisoziation?

Mit den beiden Begriffen werden die meisten Lerner noch nicht viel anfangen können. Doch wenn du mit einer Lerntechnik arbeiten möchtest, solltest du wissen, was sich dahinter eigentlich genau verbirgt.

Bei der Assoziation geht es darum, dass einfache und nicht reduzierbare Elemente miteinander verknüpft werden können. Jedoch ist dies nur unter bestimmten Bedingungen möglich.

Im Grunde baut die Assoziation darauf auf, dass es den meisten Lernern leichter fällt, Dinge zu lernen, die in irgendeiner Art und Weise miteinander verknüpft sind. Doch nicht für andere muss die Verknüpfung sinnvoll sein, sondern für dich selbst. Denn nur so kannst du die Verknüpfungen auch wirklich verstehen.

Bei der Bisoziation dagegen geht es um den konkreten Vorgang, bei dem verschiedenen Elemente miteinander verknüpft werden. Solche Elemente können Begriffe, Bilder, aber auch andere Dinge, die im ersten Moment nichts miteinander zu tun haben, sein. Manche nennen diesen Vorgang auch “Durchbrechen geistiger Routinen”.

Anders als bei der Assoziation müssen bei der Bisoziation die Elemente keinen direkten Bezug zueinander haben. Anschaulicher wird das zum Beispiel an einem “Witz”. Denn hier kann Komik entstehen, obwohl zwei oder mehr Elemente aufeinander treffen, die eigentlich nicht zusammengehören.

Wie nutzt du Assoziation und Bisoziation für dein Lernen?

Um beides auch auf dein Lernen anzuwenden, benötigst du etwas Zeit und auch ein wenig Kreativität. Aber bleibe bitte immer in deiner Lernsprache, sonst macht auch die beste Lernmethode wenig Sinn. Mit den folgenden Schritten sollte es dir jedoch leicht von der Hand gehen:

#1 Suche dir ein Lernthema heraus.

Einerseits kannst du natürlich ein Thema nehmen, dass du sowieso gerade lernen musst. Andererseits kannst du dir verschiedene Themen auf kleine Karteikarten schreiben und einfach ein Lernthema daraus ziehen. So suchst du dir nicht die heraus, bei denen du schon alles weißt, sondern wiederholst auch die schwierigen Themen.

Doch am Anfang ist es leichter mit Themen anzufangen, die dir vertraut sind und bei denen dir viel einfällt. Zum Beispiel diese:

  • Restaurantbesuch
  • Einkaufen
  • Sprache lernen
  • Frühstück mit der Familie
  • Kochen

Andere Themen, wie ein bestimmtes Grammatikthema, können dagegen schwieriger sein (eventuell findest du nicht so leicht Verknüpfungen oder Besonderheiten).

#2 Schaue dir das Lernthema genauer an und suche nun Verknüpfungen heraus.

Sobald du dir also ein Lernthema herausgesucht hast, schaust du es dir genauer an und suchst Verknüpfungen heraus.

  • Was verbindest du mit dem Thema?
  • Woran denkst du als erstes?
  • Gibt es versteckte Verknüpfungen, die nicht auf den ersten Blick zu sehen sind?

Lass dir damit ruhig Zeit, denn nicht immer kommen die besten Ideen in den ersten zwei Minuten. Du kannst dazwischen auch etwas anderes machen und es aufschreiben, sobald dir etwas Neues einfällt.

#3 Nun nimmst du dir ein zweites Lernthema dazu.

Hast du genügend Verknüpfungen bei deinem ersten Lernthema gefunden, nimmst du dir ein zweiter dazu. Am einfachsten ist es, wenn du noch eine Karteikarte ziehst und dieses Thema nimmst.

Nun hast du zwei Lernthemen, die auf den ersten Blick eventuell überhaupt nichts miteinander zu tun haben.

Doch auf den zweiten Blick wirst du viele Verknüpfungen finden, wenn du kreativ genug bist und dich darauf einlässt.

Nicht immer geht das leicht von der Hand, sondern bedarf Übung und Disziplin. Aber durch Bisoziation – also durch das Verknüpfen zweier Themen, die nichts miteinander zu tun haben – lernst du über den Tellerrand zu blicken und Aspekte aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten.

Trotzdem musst du dir nicht immer ein zweites Lernthema dazu nehmen. Du kannst das erste, wie in den ersten beiden Schritten beschrieben, bearbeiten und anschließend drei bis fünf verschiedene Zeitungsartikel oder Bilder nehmen. Vorzugsweise natürlich Elemente, die nichts mit deinem eigentlichen Lernthema zu tun haben. Auch hier solltest du dir genug Zeit geben, um dich auf die Artikel und Bilder einzulassen und sie mit deinem ersten Lernthema zu verknüpfen.

Zum Beispiel hast du nach dem ersten Lernthema (Frühstück) ein Bild, auf dem ein Mann gerade Ski fährt. Im ersten Moment haben beide Themen eigentlich nichts miteinander zu tun. Wenn du dann aber länger darüber nachdenkst, wird dir auffallen, dass auch der beste Skifahrer ein gutes Frühstück braucht.

#Zusatztipp

Um die Assoziation und Bisoziation wirklich für dich nutzen zu können, solltest du dir eine Vokabelliste pro Lernthema anlegen. Das bedeutet, dass du unbekannte Wörter nachschlagen sollst und somit auch neue Wortverbindungen lernen kannst.

Versuche deine Lernthemen so gut es geht auseinanderzupflücken, um so viel wie möglich auch mitzunehmen.

Doch gibt es Vor- und Nachteile?

Wie jede andere Lernmethode haben auch Assoziation und Bisoziation Vor- und Nachteile. Im Grunde ist der wichtigste Punkt dabei jedoch, dass du mit der Lernmethode klar kommst. Denn dann sind die Nachteile eigentlich nebensächlich.

Trotzdem möchte ich den Artikel für dich vervollständigen und dir natürlich keine Punkte vorenthalten.

Vorteile:

  • Du findest Verknüpfungen, die du nicht auf Anhieb gesehen hast.
  • Du erfährst noch mehr über dein Lernthema.
  • Du siehst dein Lernthema mal aus einer anderer Perspektive.
  • Du gehst Lösungswege, die du vorher noch nicht gegangen bist.

Nachteile:

  • Manche Verknüpfungen findest du nur, wenn du auch weißt, wonach du suchen musst.
  • Die Effizienz der Technik hängt ganz stark von dir und deiner Kreativität ab.
  • Assoziation und Bisoziation ist eine Lernmethode, die viel Zeit in Anspruch nehmen kann.

Trotz allem solltest du dich von nichts abschrecken lassen und einfach selbst herausfinden, ob die Lernmethode für dich geeignet ist oder nicht. Vielleicht ist es auch die ALPEN-Methode oder die Pomodoro-Technik… Finde es heraus.

Wie nutzt du Assoziation und Bisoziation für dein Lernen?

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©Titelbild: Pixabay.com (bearbeitet)

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